In jedem Fall- RückenschmerzenIn jedem Fall- Rückenschmerzen

Interview mit Lindi Beurer

- Physiotherapeutin und Leiterin der Sport- und Bäderabteilung -

Frau Beurer, mit welchen Krankheitssymptomen kommen die Patienten zu Ihnen?

L. Beurer: Es gibt kaum Patienten, die nicht unter Rückenschmerzen leiden. Fast alle Patienten befinden sich in extremen Belastungssituationen. Dabei handelt es sich um familiäre und berufliche Stresssituationen oder auch um Belastungen durch die Pflege eines älteren Familienmitgliedes oder eines behinderten Kindes.

Warum wirkt sich das auf den Rücken aus?

L. Beurer: Wenn man die Belastungs- und Risikofaktoren des Einzelnen anschaut, sind Rückenbeschwerden im Schulter- und Nackenbereich oder der Lendenwirbelsäule nicht verwunderlich. Die Pflege eines stark bewegungseingeschränkten Kindes ist für die Mutter und deren Wirbelsäule ein Kraftakt. Verspannung und Schmerz sind die Folge. Routinebelastungen in Haushalt oder Beruf sowie das Bewältigen der verschiedenen Therapietermine sind zusätzliche Belastungsfaktoren.

Warum nehmen die Patienten nicht mehr ambulante Therapieangebote wahr oder gehen ins Fitnessstudio?

L.Beurer: In Fitnessstudios ist die Anleitung oft nicht ausreichend. Ambulante Therapieangebote können oftmals auf Grund der familiären Situation nicht wahrgenommen werden. Zudem kommen viele Patienten auch aus Regionen, in denen weite Fahrstrecken zurückzulegen wären. Vielen fehlt es nicht an der Motivation, sondern einfach an der Zeit, sich auch einmal um sich selbst zu kümmern.

Was können Sie den Patienten hier an Behandlung bieten?

L. Beurer: Unsere physiotherapeutische Abteilung bietet ein vielfältiges Therapieangebot. Gruppen- und Einzelkrankengymnastik, Sporttherapien in der Sporthalle oder im Schwimmbad sowie Entspannungsbäder und Massagen tragen zur Linderung der Rückenschmerzen bei. In Verbindung mit anderen Therapieangeboten in der Klinik wie z. B. der progressiven Muskelentspannung besteht während des Aufenthaltes die Möglichkeit der Entspannung und anschließenden Stärkung der überbeanspruchten Rückenmuskulatur.

Was muß man dabei beachten?

L. Beurer: Wichtig ist dabei, dass eine korrekte Reihenfolge eingehalten wird, die sich immer aus Entspannung mit Wiederherstellung der physiologischen Beweglichkeit und abschließender Stabilisierung und Kräftigung aufbaut.

Unsere Patienten erhalten Anleitungen für zu Hause, um – wann immer es möglich ist – ein Mindestmaß an Übungen zur Stärkung des Rückens bei allem Zeitmangel auch zu Hause anwenden zu können. Dies ist mir als Leiterin der Bäder- und Sportabteilung besonders wichtig.

 

 

 

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