Für Mütter und Väter ist die Frühgeburt ihres Kindes - die oftmals dramatischen Umstände und das Bangen um die Gesundheit ihres Babys - ein traumatisches Ereignis. Der Schwerpunkt unserer psychosozialen Arbeit liegt in der Begleitung der Mütter und Väter bei der Aufarbeitung der mit der traumatischen Erfahrung verbunden Gefühle und Erfahrungen.
Dies kann sowohl in Einzel- oder Paargesprächen als auch in den unterschiedlichen themenzentrierten Gesprächskreisen zu den Themen „Essprobleme", „Frühgeburt und Klinikzeit", „Mein Kind ist anders" und „Väter von frühgeborenen Kindern" geschehen.
Die Gruppengespräche bieten dabei die Möglichkeit, individuelle Erfahrungen in einen Kreis von Menschen einzubringen, die ähnliche Situationen und Gefühle kennen, so dass ohne viel „Erklären müssen" Verständnis und Mitgefühl spürbar wird.
Dabei geht es zum einen um die tatsächliche Frühgeburt und die damit verbunden Erfahrungen als auch um die Auswirkungen, die dieses Trauma auf die weitere Entwicklung des Lebens der Mutter, des Vaters, des Paares aber auch des Kindes hat.
Durch das Teilen gemeinsamer Erfahrungen und einem vorurteilsfreien Umgang mit Ängsten und Trauer kann sich das Gefühl „allein mit dieser schlimmen Geschichte" zu sein, relativieren und ein Akzeptieren der Vergangenheit und Gegenwart möglich werden.
Dadurch kann das Geschehene besser als ein Teil der eigenen Lebensgeschichte angenommen werden und es wird möglich Vertrauen in sich, die Partnerschaft, das Kind und die Zukunft aufzubauen, alte Ressourcen wieder zu entdecken und zu nutzen bzw. sich neue zu erschließen. Neben diesen existentiellen Themen werden aber auch alltagsrelevante Informationen zu verschiedenen Themen z. B. Krankengymnastik, finanzielle Hilfen, Kindergarten und Schule ausgetauscht.
Unser therapeutisches Ziel ist es, unter Berücksichtigung familiensystemischer Wirkfaktoren, Entwicklungsschritte bei den Eltern und Kindern zu ermöglichen.
Claudia Jauch-Ederer
Leitende Psychologin der Fachklinik Bromerhof
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