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Aufarbeitung der traumatischen Frühgeburt

Fast alle Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, zeigen eine starke akute Belastungsreaktion. Rund ein Viertel entwickelt eine so genannte posttraumatische Belastungsstörung. Für Mütter und Väter frühgeborener Kinder ist die Situation besonders schwierig. Unvermittelt finden sie sich in einer Situation wieder, die sie sich ganz anders vorgestellt hatten. Statt nach einer normalen Geburt sein gesundes Baby in den Armen zu halten, endet die Schwangerschaft abrupt und oftmals lebensbedrohlich für das Kind.

Doch Zeit, die Enttäuschung zu verarbeiten und zu trauern, haben Eltern nicht. Im Gegenteil: Oftmals kommen weitere traumatische Erlebnisse durch lebensbedrohliche Krisen des Kindes oder einfach auch durch den Anblick ihres verkabelten, oftmals beatmeten Frühchens im Brutkasten hinzu.

Belastungsreaktionen können sich in unterschiedlicher Weise äußern. Als körperliche Symptome treten häufig Schmerzen, Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Herzrasen, Schreckhaftigkeit und eine erhöhte Infektanfälligkeit auf. Emotionale Reaktionen können sich in Albträumen und quälenden Erinnerungen, aber auch Verleugnung und Verdrängung äußern. Depressive Stimmungen, Ängstlichkeit, anhaltende Gefühle von Zweifel, Schuld und Hoffnungslosigkeit sind ebenfalls typische Symptome einer traumatischen Belastungsreaktion.

Neue Perspektiven sehen

Der Aufenthalt in der Fachklinik Bromerhof ist für Mütter oder Väter frühgeborener Kinder oftmals die erste Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und mit etwas Abstand die Geschehnisse und die sich daraus ergebende Situation zu betrachten und zu verarbeiten. Dies geschieht sowohl unter psychologischer Leitung in Gesprächskreisen zu Themen wie „Klinikzeit und Geburt“ oder „Mein Kind ist anders“ als auch in psychosozialen Einzelgesprächen. Für Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsreaktion ist die Moderation durch einen erfahrenen Therapeuten wichtig. Denn sie sind meist nicht mehr in der Lage, allein durch Einsicht und Willenskraft die Erkrankung zu bekämpfen. Gemeinsam mit dem Therapeuten lernen Betroffene, wie ihre Erkrankung entstanden ist und was sie aufrechterhält.

Hintergründe verstehen

Nur wer die Hintergründe seiner Erkrankung versteht, kann die therapeutischen Angebote in der Fachklinik Bromerhof optimal für sich nutzen und später zu Hause sein eigener Therapeut werden. Für die Bewältigung ist auch der Austausch mit anderen Frühcheneltern wichtig. Das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, der sich in einer ähnlichen Situation befunden hat und daher auch zwiespältige Gefühle versteht und nachvollziehen kann, bis hin zum Austausch von Erfahrungen und konkreten Tipps, unterstützt die Verarbeitung und hilft, neue Perspektiven für sich und die Familie zu sehen.

Matinee mit Autorenlesung im Bromerhof anläßlich des Internationalen Tag des Frühgeborenen.
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