Celenus Fachklinik Bromerhof - Kinder mit Schildkröte

Levanisches Prinzip: 3. Unterstützen

 

Stärkung der Elternkompetenz
Die schwierige Zeit nach der Frühgeburt macht es vielen Eltern nicht leicht, das richtige Maß an Fürsorge für ihr Kind zu finden. Oftmals sind Eltern und gerade Mütter überängstlich. Hinzu kommt bei vielen Müttern ein schlechtes Gewissen, an der zu frühen Geburt schuld zu sein und damit Ursache für die schwierige Situation ihres Kindes und der ganzen Familie. Zwar wissen die meisten, dass dieses Gefühl rational gesehen unbegründet ist, doch sich davon ganz frei zu machen, ist nicht einfach. Für ein Kind ist es in dieser Atmosphäre schwerer, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.


Auf der anderen Seite haben viele Frühcheneltern Schwierigkeiten, ihrem Kind Grenzen zu setzen und auch einmal konsequent nein zu sagen. Der Gedanke, einem Kind einen Wunsch zu verwehren, das in seinem kurzen Leben schon so viel durchgemacht hat, erfüllt Eltern häufig mit Unbehagen, Schuld und schlechtem Gewissen. Und doch sind Grenzen nötig, um einem Kind Halt zu geben und ein harmonisches Miteinander zu erreichen – genauso wie das „Gewährenlassen“ wichtig ist, damit ein Kind Vertrauen in sich selbst und seine Umwelt entwickeln kann.


In der Fachklinik Bromerhof werden Eltern in ihrer Kompetenz, ihr Kind zu verstehen, zu fördern und zu erziehen, gestärkt. Dabei greifen Ärzte und Therapeuten auf die „Marte Meo“-Methode zurück. Die Bezeichnung „Marte Meo“ leitet sich vom Lateinischen „mars martis“ ab und bedeutet etwa so viel wie „etwas aus eigener Kraft erreichen“. Damit wird der zentrale Gedanke der Methode ausgedrückt, Eltern zu ermutigen, ihre eigene Kraft zu nutzen, um die Kommunikation mit ihren Kindern zu verbessern.


Wenn Mütter und Väter mit ihrem Kind Probleme haben, glauben sie manchmal, sie seien „schlechte“ Eltern. Versagensängste und Hilflosigkeit stellen sich ein.Wenn Unverständnis oder Missverständnisse die Kommunikation und Interaktion prägen, also „etwas falsch- oder aneinander vorbeiläuft“, kann das Kind als problematisch empfunden werden. Eine gelungene, entwicklungsgerechte Kommunikation kann diesen „Erziehungsstress“ vermeiden helfen und eine tiefe Verbundenheit zwischen Eltern und Kindern erzeugen. Um dies zu erreichen, wird, wenn dies als notwendig erachtet wird, mit einer Videoanalyse gearbeitet. Eltern und Kinder können beispielsweise in alltagsnahen Situationen aufgenommen werden. Unter dem Motto „Bilder sagen mehr als 1.000 Worte“ ist es so oftmals für Eltern viel einfacher nachvollziehbar, warum und wie Probleme entstehen. In der Videobetrachtung wird eine vergangene Situation noch einmal lebendig. Die Betroffenen haben aber nun die Möglichkeit, die Situation von außen und somit mit Distanz, ihre eigene Reaktion auf die Forderungen ihres Kindes zu betrachten. Gemeinsam mit dem Therapeuten werden konstruktive Bewältigungsstrategien erarbeitet. In einem späteren Follow-up-Video wird überprüft, ob die Verhaltensänderung positive Veränderungen ermöglicht hat.

 

Das Levanische Prinzip:

  1. Befreien
    Aufarbeitung der traumatischen Zeit nach der Frühgeburt
         
  2. Annehmen

    Aufbau und Stabilisierung einer positiven Mutter-Kind-Interaktion
  3. Unterstützen

    Stärkung der Elternkompetenz         
  4. Lindern
    Individuelle Therapie somatischer Beschwerden

 

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