Familiengesundheit Argenbuehl

11|15 Familiengesundheit Argenbühl - Von Nervensägen und Geduldsfäden

Workshop Pupertät

 

 

Erster Workshopnachmittag der Arbeitsgemeinschaft Familiengesundheit Argenbühl ein voller Erfolg

 

Nach einjähriger Planungsphase fand am vergangenen Samstag mit dem Workshopnachmittag „Von Nervensägen und Geduldsfäden – Umgang mit Stress in der Familie“ die erste Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Familiengesundheit Argenbühl (Celenus Fachklinik Bromerhof, Gemeinde Argenbühl, Familienerholungswerk Eglofs) an der Gemeinschaftsschule in Eglofs statt. Etwa 50 Eltern aus Argenbühl, Isny und Umgebung, ganz überwiegend Mütter, nutzten die Möglichkeit, sich in drei Workshops Erziehungstipps von erfahrenen Familienberaterinnen und -beratern geben zu lassen. Nach der Veranstaltung waren sich Organisatoren wie Besucher einig: Das Angebot muss wiederholt werden.

 

Claudia Berther aus Wallbach in der Schweiz arbeitete mit den Eltern am Thema „Pubertät – Countdown zum Erwachsen werden“. Die Expertin in Erwachsenen- und Elternbildung sensibilisierte die Eltern vor allem dafür, dass die Pubertät eine schwierige Zeit nicht nur für die Eltern, sondern vor allem für die Kinder ist. „Dass es in diesem Alter Probleme gibt, ist ganz normal, und es geht auch wieder vorbei.“ Aus den Erfahrungsberichten der Eltern wurde ganz deutlich, dass viele von ihnen mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben: Rebellion gegen die Eltern, unordentliche Zimmer, Stress mit den kleineren Geschwistern. Berther, selbst Mutter von drei pubertierenden Söhnen, hatte dabei einen ebenso naheliegenden wie nachvollziehbaren Lösungsansatz: „Klare Regeln helfen. Erarbeiten Sie diese mit Ihren Kindern. Und überlegen Sie sich selbst, was sind Dinge, über die Sie hinweg sehen können, und was geht für Sie gar nicht. Konzentrieren Sie Ihre Energie auf die für Sie wichtigen Probleme, die es zu lösen gilt. So sparen Sie Nerven und Kräfte.“

 

Heike Bösche, erfahrene Marte Meo Therapeutin, aus Lomar bei Bonn referierte zum Thema „Hausaufgaben leichter gemacht“ und machte dabei deutlich, dass der Schlüssel zum Erfolg bei diesem Dauerstressthema im Familienalltag bei den Eltern liegt. „Wenn sich Kinder auffällig verhalten, wenn sie z.B. bei den Hausaufgaben aggressiv oder lustlos reagieren, dann sind sie in ihrer Entwicklung noch nicht so weit, dass sie mit diesen Situationen umgehen können. Sie als Eltern können Ihren Kindern helfen, diese Kompetenzen zu entwickeln.“ Bösche hatte viele Tricks und Regeln auf Lager, die Eltern hierbei helfen können. Mit zwei Videos verdeutlichte sie, wie sich Eltern bei der Hausaufgabenbetreuung richtig verhalten. Besonderen Wert legte sie dabei darauf, dass Lernen Spaß und Freude bringen muss:  „Die Lust auf Lernen ist in jedem von uns. Begeistern Sie Ihr Kind hiervon.“

 

Den Kontakt zu den beiden Referentinnen hatte Dr. Hartmut Hägele, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und leitender Arzt der Celenus Fachklinik Bromerhof, hergestellt. Unerwartet musste Hägele zusammen mit seiner Kollegin Petra Hupfeld selbst den dritten Workshop übernehmen. Die eigentliche Referentin, Monique Breithaupt-Peters, die einen Krisen-Notfallkoffer für Eltern präsentieren wollte, musste ganz kurzfristig absagen. Dank ihrer langjährigen Erfahrung in der täglichen Arbeit mit Kindern und Eltern in schwierigen Lebenssituationen an der Celenus Fachklinik Bromerhof meisterten Hägele und Hupfeld diese Aufgabe hervorragend und konnten den Eltern hilfreiche und sofort anwendbare Handlungsmöglichkeiten mit auf den Weg geben, im Alltag in Stresssituationen gelassener zu bleiben.

 

Zuvor hatte Hägele in seiner Begrüßung berichtet, dass sich hinter der Arbeitsgemeinschaft Familiengesundheit Argenbühl mit der Celenus Fachklinik Bromerhof, dem Feriendorf Eglofs, dem Familienerholungswerk der Diözese Rottenburg und der Gemeinde Argenbühl drei Akteure zusammengeschlossen haben, die alle ähnliche Ziele verfolgen. „Es war an der Zeit, dass wir unsere Kompetenzen in der Familienarbeit bündeln. Der Workshopnachmittag ist unsere erste Veranstaltung, von der vor allem auch Eltern aus der Region profitieren sollen.“, sagte Hägele. Dank des Engagements der Veranstalter und der zusätzlichen finanziellen Unterstützung durch den Familienbund der Katholiken war es sogar gelungen, die Workshops kostenlos anzubieten. Ein Extralob von den Teilnehmern erhielt das Feriendorf Eglofs: Das Team um Leiter Thomas Hahn hatte eine kostenlose Kinderbetreuung für den Nachmittag organisiert, so dass die Eltern unbeschwert an den Workshops teilnehmen konnten. Für Kaffee und Kuchen hatte der Schulförderverein der Gemeinschaftsschule gesorgt. 

 


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